Ein Beatmungsgerät für die MRT-Umgebung

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Ausgangslage

Die Magnetresonanztomografie (MRT) gehört heute zum Standard bei den bildgebenden Untersuchungen eines Patienten. Bei einem Patienten, der während der Untersuchung beatmet werden muss, stellt das MRT eine besondere Herausforderung dar.

Ein MRT braucht ein extrem starkes Magnetfeld. Ein nicht für diese Umgebung entwickeltes und zugelassenes Beatmungsgerät wird dadurch sofort angezogen, was zu erheblichen Schäden an Beatmungs- und MRT-Gerät führt. Ausserdem wird ein nicht MRT-taugliches Beatmungsgerät durch die starken Felder gestört und stört seinerseits die empfindliche Messung des MRT. Dadurch wird die Bildgebung unbrauchbar.

Nicht MRT-taugliche Beatmungsgeräte, wie zum Beispiel bellavista, werden bis anhin ausserhalb der MRT-Umgebung platziert. Dabei kommen sehr lange Beatmungsschläuche zum Einsatz, was die Beatmungsperformance für den Patienten beeinträchtigt und das Handling für das medizinische Personal erschwert.

Es braucht also speziell designte Geräte für diese extreme Umgebung.

Ziel des Projekts

Auf der Basis des Intensiv-Beatmungsgeräts bellavista soll ein Gerät für die MRT-Umgebung entwickelt werden. Das Gerät soll dem Patienten eine sichere Beatmung und dem medizinischen Personal eine möglichst komfortable Nutzung ermöglichen.

Technische Umsetzung

Herkömmliche Geräte für den Einsatz in der MRT-Umgebung haben einen resistiven Touchscreen und ein feines Metallgitter vor dem Display. Dieses Gitter schirmt zwar Störungen ab, reduziert aber auch die Auflösung. Dem Team von IMT gelingt es, ein Beatmungsgerät mit einem kapazitiven Glas-Touchscreen und hochauflösendem Display zu entwickeln. Auf das störende Metallgitter kann somit verzichtet werden.

Zur magnetischen Abschirmung von empfindlichen Bauteilen werden speziell für diesen Zweck optimierte Legierungen eingesetzt. Das Gerät wird schrittweise optimiert, damit keine Störungen in der MRT-Bildgebung zu sehen sind. Durch Messungen an verschiedenen MRT-Scannern kann die Kompatibilität zum bellavista-Gerät bewiesen werden.

Ergebnis

Entstanden ist ein MRT-kompatibles Beatmungsgerät, das durch die benannte Stelle geprüft und CE-zertifiziert ist. Das Gerät wird durch spezielle Schirmungen und Entstörungsmassnahmen optimiert, damit weder die MRT-Bildgebung, noch die Beatmung beeinflusst werden. Ein speziell entwickelter MR-Guard am Gerät misst ständig das Magnetfeld und ermöglicht durch die Rundumvisualisierung mit LED- Stripes eine einfache und intuitive Platzierung des Beatmungsgeräts in der MRT-Umgebung. Dank der Reduktion der ferromagnetischen Materialien im Gerät kann die Anziehung so weit verringert werden, dass eine Platzierung direkt neben dem Patiententisch gefahrlos möglich ist. Für zusätzliche Sicherheit sorgt die automatische Feststellbremse des speziell designten Trolleys, der ein versehentliches Verschieben nach der Platzierung verhindert.

«Die Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, alle Anforderungen zu erfüllen und eine herausragende Beatmungsperformance in der MRT-Umgebung zu gewährleisten. Dank des kompetenten und erfahrenen Teams aus allen Fachdisziplinen war es möglich, ein Produkt zur vollsten Zufriedenheit des Kunden zu entwickeln.»

Pascal Glanzmann, Senior Electronic Engineer

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